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Törnberichte

London-Törn 25.07.-08.08.2014

Freitag, 25. Juli 2914
Ankunft in Zeebrügge und Übernahme des Schiffes

Bei dem Vercharterer „Channel-Sailing“ in der Westhinder-Marina übernahmen wir das Segelschiff „Capoiera“, eine Cyclades 50.5, ein sehr komfortables großes Schiff mit fünf Kajüten und drei Toiletten mit Dusche. Die Crew lernte sich kennen, die Kabinen wurden verteilt und die Taschen und Kleidungsstücke verstaut.

Am Abend speisten wir im Restaurant über dem Hafen und kosteten fröhlich das belgische Bier. Der von Gerd ausgegebene „Oude Genever“ fand geteilten Zuspruch - am nächsten Tag sagte ich mir, dass es besser gewesen wäre, weniger zu trinken.

Samstag, 26.07.14
Fahrt von Zeebrügge nach Southend-on-Sea (Themsemündung)

Als wir im Hafen die Groß zur Kontrolle setzen wollten, stellten wir fest, dass die Großfall etwas angerissen war. Das könnte schiefgehen, und dieses Risiko wollte Gerd, unser Skipper, nicht eingehen. Um sie zu erneuern, musste Florian im Bootsmannsstuhl an die Spitze des Masts nach oben gezogen werden, um dann die neue Großfall durchziehen zu können. Er genoss die Aussicht von oben und wurde von allen für seinen erfolgreichen Einsatz bewundert.

Gerd notierte in sein Logbuch:

HW Dover 1051 UT 1251 MESZ N-Strom ab +1
1445 Abgelegt, Westhinder Marina
1545 Tonne AW an Stb passiert
1630 Wind N-NW 3
Segel gesetzt

1745 Maschine Kurs 275 Grad
Der Nebel wird dichter,
2020 Tn Westhinder passiert
0035 „Falls Head“ in dichtem Nebel passiert
0516 Passieren „Princess Inner“. Der Nebel ist weg
0815 vor Anker vor Southend-on-Sea
HW Dover 2312 UTC 0112 MESZ

Hinter diesen Daten verbergen sich für den Laien Planung der Fahrt mit Berechnungen der jeweiligen Gezeiten und Strömungen sowie die Daten der Überfahrt. Nachdem wir bei der Ausfahrt aus dem Westhinder-Hafen von Zeebrügge die Segel gesetzt hatten, zeigte sich aber, dass wir bei aufkommenden NW-Wind nicht ans Ziel, nämlich die Themsemündung, kommen konnten. Also starteten wir den Motor und nahmen den direkten Kurs zur Themsemündung. Die Nacht brach herein und dichter Nebel kam auf. Da wir das Verkehrstrennungsgebiet des englischen Kanals mit intensivem Verkehr von riesigen Frachtschiffen und Fähren queren mussten, galt es, mit Radar genau auf diese Schiffe aufzupassen. Einer kniete immer am Radar - der Radarbildschirm war auf der „Cyclades“ so tief angebracht, dass man nur kniend lesen konnte - und prüfte die Fahrt der Frachter anhand der zu interpretierenden Radardarstellungen (siehe azimutale Verzerrungen). Hin und wieder wurde auch das Horn geblasen. Thomas hatte auf seinem Computer unter Deck ein AIS-Programm, auf dem wir einzelne Frachter identifizieren konnten. Es war gespenstisch, dass der Rudergänger nichts von den riesigen Frachtschiffen sehen konnte, aber ihr Motorgeräusch wahrnehmen konnte sowie das lange tiefe Tuten, mit denen die Frachter auf sich aufmerksam machten. Diese Frachter bewegten sich mit ca. 23 Knoten und mehr, während wir mit 6 oder 7 Knoten fuhren. Es galt höllisch aufzupassen.

Am Sonntagmorgen lichtete sich der Nebel, wir glitten im Morgengrauen in die Themsemündung und orientierten uns an den Fahrwassertonnen der Themse. Gerd kontrollierte die Fahrt anhand seines Notebookprogramms. Gegen 11 Uhr gingen wir dann vor dem Pier von Southend-on-Sea vor Anker. Das war nicht einfach, da die Ankerwinsch Schwierigkeiten machte und ständig die Sicherung herausflog. Als wir kurzerhand die Kette aus der Winsch herausnahmen und per Hand führen wollten, waren Strömung und Gewicht des Schiffes so stark, dass wir die Ankerkette nicht mehr halten konnten. Sie ratterte aus dem Ankerkasten - glücklicherweise hielt das letzte Stück Tau noch die Kette.

Sonntag, 27. Juli 2014

HW Sheerness 0639 UT 0839 MESZ

HW Sheerness 1257

Mit dem Hochwasser fuhren wir die Themse „hoch“, vorbei an Werften, Ladeplätzen und Industrieanlagen. Wir passierten die mächtige Thames Barrier, die weltweit größte Sturmflutwehren. Richard meldete sich über Funk: „Thames Barrier, this is sailingyacht Capoeira, Capoeira, Capoeira. In position ... where could we pass the barrier?“ Wir erhielten sofort die Erlaubnis mit Hinweis auf die mit grünen Pfeilen gekennzeichneten Tore. Dann gelangten wir allmählich in das Stadtzentrum, immer die Hochhäuser von London vor Augen, bis direkt vor der Tower-Bridge an die Einfahrt des St.-Katherinen-Hafens. Dort mussten wir über eine Stunde warten, bis die Schleuse zum Hafen geöffnet wurde. Wir waren nicht die einzigen, die vor der Schleuse warteten und versuchten gegen den Strom die Höhe zu halten. Schließlich angelten wir eine Boje. Nachdem endlich die Schleuse geöffnet wurde und die ausfahrenden Boote die Schleuse verlassen hatten, erhielten wir Zugang. Oberhalb des uns zugewiesenen Liegeplatzes, bequem direkt hinter der Schleuse, reihten sich an der Hafenmauer mehrere Restaurants aneinander. Neugierige Passanten oder Restaurantbesucher schauten von oben in unser Cockpit, wenn wir gemütlich bei Sonnenschein zusammensaßen, leckere Bierchen tranken und uns unterhielten. Mit einer Chip-Karte konnten wir in den abgeschlossenen Bereich des Hafens gelangen. Es galt nur, die Karte nicht zu vergessen - sonst stand man vor dem Gatter und musste auf die anderen warten, die eine Karte hatten. Das sonntägliche Abendessen nahmen wir bei einem indischen Restaurant direkt am Hafen.

Montag, 28.07.14 Im St. Katherinen-Hafen

Den freien Tag nutzten wir, um in Kleingruppen einen Stadtbummel zu machen. Gabi, Richard, Florian und ich hatten ein großes Programm: Tower mit Museumsbesuch, an der Themse und über die Milleniums-Brücke Richtung London-Eye, dann nach Westminster-Parlament und -Abbey sowie Big Ben. Von dort durch den Park zum Buckingham-Palast. Von dort über Piccadilly-Circus und Trafalgar-Square Richtung Sanct-Paul-Cathedral und wieder zurück zum Hafen. Dort bereitete Gerd bereits einen leckeren Lammbraten vor. Abends konnten wir die farbig beleuchtete Tower-Bridge bewundern.






Dienstag, 29.07.14
Fahrt von London zurück nach Southend-on-Sea

HW Dover 0015 UT und 1332 UT

Wind Themse ab 12 UTC N 3-4; N-NE 0-2, SW 0-2, W-NW 3, NW 4, NW 3-4

HW Sheerness 1501 UT+1 5,7

LW " 2119 0,7

Bei herrlichem Sonnenschein „motorten“ wir auf der Themse bei Niedrigwasser stadtauswärts vorbei an Hochhäusern und Industrieanlagen. Das Passieren des Null-Meridians von Greenwich wurde auf den Plottern und GPS-Geräten genau verfolgt - den entscheidenden Turm mit Kugel identifizierten wir aber erst später im Internet.

Wir gingen dann wieder wie auf der Hinfahrt vor dem Pier von Southend-on-Sea vor Anker und übernachteten dort.

Mittwoch, 30.07.14
Fahrt von Southend-on-Sea nach Ramsgate

Nach dem Frühstück holten wir um 0900 Uhr den Anker auf - die Winsch funktionierte wieder normal - und mit dem südwärts laufenden Strom und dem Wind aus NW setzten wir die Segel. Wir passierten mit guter Fahrt „Sea Leach1“, später „Princess 8“. Dann ließ der Wind doch nach und ab 1215 wurde der Motor gestartet. Als wir im Hafen von Ramsgate angelegt hatten, suchten wir ein Fischrestaurant, wo wir endlich Fish-and-Chips essen konnten. Mit einem Bierchen und einem schönen Blick auf den Hafen in der untergehenden Sonne ließ es sich gut aushalten.

Donnerstag, 31.07.2014
Fahrt von Ramsgate nach Eastbourne

Um 0800 Uhr legten wir ab, und nahmen Kurs auf Brighton. Ab 1210 setzten wir die Segel bei Windstärke 5, SW. Am Nachmittag setzt der Strom wieder schwach nordwärts und wir müssen den Motor wieder anwerfen. Wind und Wetter waren wieder gegen uns und wir änderten den Kurs und steuerten den neuen Hafen "Souvereign-Harbor" von Eastbourne an, den wir um 2000 Uhr erreichten. Gabi konnte sich etwas von ihrer Seekrankheit erholen.

Freitag, 01.08.2014
Fahrt von Eastbourne nach Honfleur - Kanalüberquerung

Ausführliches Frühstücken in unserer Pantry in Eastbourne, nur Richard ließ es sich nicht nehmen, in einem Pub, den er in dem weitläufigen Hafen entdeckt hatte, einen starken Kaffee zu sich zu nehmen (ob der englische Kaffee wirklich besser ist?).
Die Fahrt durch den Kanal nach Honfleur rechneten wir mit 15 Stunden. Florian übernahm das Ablegemanöver und steuerte vor der Ausfahrt durch die Schleuse entschlossen und flott die Tankstelle an, aber der zweite Versuch klappte dann. Wir tankten über 200 Liter und Thomas erledigte die Bezahlung. Die Einfahrt in die Schleuse war nicht ohne, da recht viele Boote verkehrten und bei den Ablegemanöver von der Tankstelle berücksichtigt werden mussten. Gerd gab ruhig seine Anweisungen, während Florian etwas nervös wurde. Aber auch die Schleusendurchfahrt gelang und wir setzten die Segel und Gerd ließ noch einmal die Spannung an der Groß prüfen, da sie nicht richtig durchgesetzt wurde. Das kann man nicht von der Winsch aus erkennen und muss vor an den Mast, um die Spannung des Vorlieks zu prüfen. Um 1500 Uhr näherten wir uns dem Verkehrstrennungsgebiet (Inshore Traffic Zone) und beobachteten die großen Frachter und Fähren, die scheinbar langsam vorbeifuhren, meist aber mit 20 oder 25 Knoten unterwegs waren. Wir schafften mit dem Segel ca. 4 bis 5 Knoten. Um 1600 Uhr warfen wir den Motor an, nahmen die Segel herunter und fuhren dann mit ca. 7 Knoten. Das Herunternehmen der Groß ist immer etwas abenteuerlich, da es mit der Hand heruntergezogen werden musste. Da aber keiner von uns so groß war, musste derjenige am Mast einen Tritt suchen, mit einer Hand sich festhalten und mit der anderen Hand das Segel herunterziehen. Wenn dann noch die Wellen hoch gingen, schaukelte derjenige fürchterlich umher und hatte mehr damit zu tun, sich selbst festzuhalten, um nicht hinauskatapultiert zu werden.

Bei der Querung des Verkehrstrennungsgebiets mit dem Kurs 203 Grad waren wir auf das Radar angewiesen, um die Schiffsbewegungen beobachten zu können. Das Radar - nur auf Knien bedienbar, siehe oben - zeigte Fahrtrichtung, - geschwindigkeit und Entfernung der Frachter an, sodass wir einen möglichen Kollisionspunkt erkennen konnten. Es wurde recht warm, der Wind ließ nach und Bo und Florian sonnten sich auf dem Deck, während andere in dicke Segeljacken eingepackt waren.

Es wurde schnell dunkel und wir fuhren dann an der französischen Küste vor Le Havre in die Seine-Mündung hinein. Viele standen im Cockpit und prüfen die Feuer, der Kardinaltonnen und die Bojen der Fahrwege. Es war nicht einfach, diese vor dem Hintergrund der Küste mit den vielen Lichtern zu erkennen. Nervös wurde man, wenn der Plotter eine Tonne anzeigte, die wir aber mit den Augen nicht wahrnahmen. Aus dem Hafen von Le Havre starten große Frachter, der Fahrlichter nicht immer deutlich erkennbar waren. Beeindruckend, wenn so ein riesiger Frachter nur als Schatten vor den Hintergrund der Lichter von Le Havre erkennbar plötzlich aus der Nacht auftauchte und mit dem tiefen Brummen von mächtigen Motoren an uns vorbeifuhr. Im Fahrwasser der Seine mussten wir einem riesigen Kreuzfahrschiff die Vorfahrt freigeben - ein riesiges und hohes Lichtermeer zog an uns vorbei, aber kein Mensch war sichtbar, da sie wohl alle schliefen.

Blick auf Honfleur


Abendessen in der Pantry



Die Einfahrt in die Schleuse vor Honfleur war nicht leicht zu erkennen, sodass Gerd laut eingreifen musste, als der Rudergänger links der Schleuse ansteuerte. Das Anlegen vor dem alten Hafen in Honfleur wurde schwierig, da kein freier Platz mehr da war. Ein Holländer weigerte sich partout, uns an seiner Seite anlegen zu lassen. Er hatte Angst um sein kleines Segelboot und hätte nach Gerd sich wohl um den Platz geschlagen. Gerd gab vernünftigerweise nach und fand ein größeres Schiff, um dort im Päckchen anzulegen. Bis zum Morgen hatten wir noch etwas Zeit, ein bisschen Schlaf nachzuholen.

In dem alten Hafenstädtchen Honfleur, einem touristischen Leckerbissen, blieben wir zwei Tage, erkundeten es und Gerd zauberte leckere Gerichte mit Austern, Muscheln und Loup de Mer.

Montag, 4. August 2014:
Fahrt von Honfleur nach Fécamp

Das Päckchen musste erst aufgelöst werden, d.h. die Päckchenlieger mussten früh aufstehen und ablegen, damit wir losfahren konnten.

An der Schleuse von Honfleur wollte ich mit der Vorleine das Boot festhalten, verfehlte aber den Poller. Peinlich - das Leinenwerfen muss ich noch üben! Wir fuhren wieder außerhalb des Fahrwassers der Seine, aber entlang der roten Fahrwassertonnen auf das Meer hinaus. Nach Verlassen des Fahrwassers setzten wir in Erwartung eines schönen Segeltages das Großsegel, als plötzlich das Segel lärmend niederrauschte. Die Großfall hatte sich vom Oberliek gelöst. Guter Rat teuer - auf dem unruhigen Wasser wollten wir nicht wagen, jemanden nach oben zu schicken. Also nahmen wir Kurs auf den Hafen von Le Havre. Am Steiger angelangt wurde über die Capitannerie ein Helfer angefragt, der sich im Bootsmannsstuhl in den Mast hieven ließ und von dort eine Schraube an einem dünnen Seil im Mast herunter führte. Florian angelte nach einiger Zeit mit einem umgebogenen Drahtbügel die Leine durch ein kleines Lock aus dem Mast und die neue Großfall konnte dann durch den Mast gezogen und an der Groß befestigt werden. Nach dieser Reparatur (50 Euro), die über zwei Stunden dauerte, fuhren wir wieder auf die See hinaus und segelten bei 2 bis 3 Windstärken bzw. mit 3 bis 5 Knoten Fahrt durch Wasser. Nach einigen Stunden und zwei Schlägen musste wieder der Motor gestartet werden und die Fahrt nach Fécamp wurde fortgesetzt.

Ankunft in Fécamp, einem lieblichen Ort mit Yachthafen direkt hinter dem steilen Badestrand mit hellen und großen Kieselsteinen. Wir mussten bei einem Holländer mit einem gut ausgestatteten Segelschiff, einer Halberg-Rassy, dessen Skipper freundlich die Leinen annahm, im Päckchen anlegen. Da der holländische Skipper wohl wegen seiner Kinder die Reling nicht öffnete, mussten wir akrobatisch über sein Schiff turnen, um an den Steg zu kommen.
Zum traumhaften Sonnenuntergang trafen sich viele Touristen und auch Einwohner am hohen Kiesstrand von Fécamp und genossen die schöne, ruhige Stimmung, in der nur die schwache Brandung den Kiesstrand zum Flüstern brachte. Gerd bereitete an Bord ein leckeres Würstelgulasch mit Nudeln vor, das von der Crew ratzfatz weggegessen wurde. Danach machten kleine Gruppen Spaziergänge durch Fécamp, Thomas schäkerte mit der französischen Bedienung, die von seinen Sprachtalenten sehr angetan war :-), und die Bierchen 1664 mundeten weiterhin.

Dienstag, 6. August 2014
Fahrt von Fécamp nach Boulogne sur Mer

Bei der Fahrt an der steilen normannischen Felsenküste entlang mussten wir einige Untiefen beachten. Ansonsten segelten und motorten wir teilweise bei herrlichem Sonnenschein und schauten uns mit dem Feldstecher die großen Villen und weißen Schlösser in den grünen Buchten der Steilküste an. Einige Paraglider schaukelten am blauen Himmel in der Thermik der von der Sonne erwärmten Küste, große Seemöven schossen an uns vorbei und wandten desinteressiert ihr Köpfe ab, um auf die Küste hinzugleiten. Da für den nächsten Tag der Wetterbericht Sturm ansagte, entschloss Gerd bis nach Boulogne-sur-Mer zu fahren und Dieppe auszulassen, was er ursprünglich als Hafen eingeplant hatte. Spät am Abend kamen wir im Hafen an und lagen auch hier wieder im Päckchen, diesmal neben einem freundlichen Engländer. Es dauerte nicht lange und ein weiteres Boot legte an unserem Yacht an - ein Dreierpäckchen dann. Da es schon spät war, eilten wir ins nächste Restaurant am Hafen, um noch vor Restaurantschluss etwas zu essen. Florian war mit einem riesigen Muscheltopf beschäftigt, andere schätzen die leckeren Fleischspeißen sowie edlen Wein und französisches Bier.

Mittwoch, 7. August 2014
Tag in Boulogne-sur-Mer

Wegen des angekündigten Sturms blieben wir noch einen Tag und erkundeten die Stadt mit ihrer alten Burganlage, den kleinen gepflasterten Gässchen, den vielen Straßencafés und Restaurants sowie den super gepflegten Parks und Gartenanlagen mit herrlichen Pflanzen in vielen Farben und Gattungen. Abends bereitete Gerd einen saftigen Braten vor - der von der Crew keineswegs ignoriert wurde.

Donnerstag, 8. August 2014
Fahrt von Boulogne-sur-Mer nach Ostende

Wir verließen die normannische Steilküste und segelten an der belgischen Küste mit ihren großen Stränden und den riesigen Hotelbauten wie gleichförmigen Plattenbauten entlang. Im Hafen von Ostende lagen wir bequem mitten in der Stadt und konnten abends Restaurants besuchen. Eigentlich wollten wir gemeinsam ein Restaurant besuchen, doch trotz der übersichtlichen Straßenanlage in Ostende verloren wir uns teilweise aus den Augen und aßen in verschiedenen Restaurant. Einige haben den letzten Abend ausgiebig bis in den Morgen genossen - der kommende Tag war dann etwas beschwerlich für sie.

Freitag, 8. August 2014
Rückfahrt von Ostende nach Zeebrügge;

Nach gemütlichem Frühstück - einer hatte noch den Abendausflug zu verarbeiten und blieb im Bett - legten wir mit Bo am Ruder gegen 1000 Uhr ab. Bo musste dabei das Rückwärtsfahren durch den Hafen üben und dann das Wenden vor der Schleuse. Die Schleusendurchfahrt mit Festhalten an der Steuerbordseite, da der Wind von dort kam und das Boot von der Schleusenwand fernhielt, bot keine Probleme mehr - die Crew war gut eingespielt.

Nach der Hafenausfahrt, vorher mussten Fender eingeholt und die Leinen in die Backkiste verstaut werden, versuchten wir eine Strecke zu segeln und hatten dann ca. 3 bis 4 Knoten Fahrt durch Wasser und 5 Knoten Fahrt über Grund. Nach kurzer Zeit aber fuhren wir wieder unter Motor, da später zudem die Gegenströmung einsetzte. Da die Abgabezeit der Charteryacht gegen 16.00 Uhr war, hatten wir eigentlich Zeit genug. Da das Wetter immer schlechter wurde und es leicht regnete, war den meisten eine frühere Ankunft lieber, sodass wir weiter gen Zeebrügge motorten, dort gegen 1400 Uhr in den Hafen einfuhren und gleich an einer Tankstelle den Dieseltank wieder füllten. Bo löste das Ablegen gegen Wind mit "Eindampfen" in die Vorspring mit Bravour. Nach dem Anlegen wurde das Gepäck auf den Steg gestapelt, der Rollwagen gefüllt und das Gepäck in die Autos geladen. Thomas und ich schrubbten das Oberdeck der Yacht, andere fuhren zum Essen. Es fing an heftig zu regnen, die Lebensmittelreste wurde noch verteilt, der Müll ausgeladen und die Kajüten und die Pantry gereinigt. Nach der Abnahme der Yacht verabschiedeten sich alle, lobten den Segeltörn bei Wind und Wetter, die Erfahrung neuer Häfen, das kurzweilige Zusammenleben auf den Schiff, die Planungen, Erläuterungen und Tipps des Skippers und wir machten uns auf den Heimweg.

Ein abwechslungsreicher und spannender Segeltörn!

Jan Diehm (Fotos: Gabriele Diehm)