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Törnberichte

SKS Elba/Korsika Ostern 2014

  1. SY Sun Odyssey 45 – Pretty Woman – 6 Personen
  2. SY Sun Odyssey 45 – Karin I – 6 Personen

Alle Namen, nicht die Erlebnisse, sind frei Erfunden J

17.04 – Anreise Deutschland – Piombino – Portoferraio (ca. 1200 Km)

Getreu nach dem Motto von Achim Reichels Song Aloha He “Es war ne harte Überfahrt…“ haben sich die Teilnehmer des Ausbildungstörns der Segelschule Heidbrink am 17.04.14 von NRW Richtung Portoferraio (Italien) auf dem Weg gemacht. Die meisten haben die Fahrt mit dem Auto bewältigt, der Rest ist geflogen. Insgesamt waren 12 Teilnehmer (davon 2 Skipper) auf zwei Booten am Start.

Angekommen auf Portoferraio galt es erstmal, dass sich die Crewmitglieder der einzelenen Boote beschnuppern und sich somit näher kennenlernen. Die einfachste und erste teambildende Maßnahme war es dann, gemeinsam Lebensmittel für die kommende Woche einzukaufen. Dabei hatten die Teilnehmer sichtlich Spaß.

Nachdem die Lebensmittel auf  beiden Booten verstaut waren, begannen die Skipper mit den Sicherheitseinweisungen und mit der Einteilung der Kojen auf den beiden Segelyachten „Pretty Woman“ und „Karin I“. Letztere war gleichzeitig auch der Vorname der Frau eines der Crewmitglieder auf diesem Boot.  Wir Crewmitglieder wissen bis heute nicht,  auf welchem Boot der Kollege das Segeln gelernt hat (Ein Schelm wer böses dabei denkt:-) ).

Nach der Sicherheitseinweisung stellten zwei Kollegen (man muss wissen, die beiden Kollegen sind langjährige Motorbootrahrer, grinns)  auf der „Karin I“ fest, dass wortwörtlich: „Die Kiste ist ja völlig untermotorisiert, wie will man da denn in Gleitfahrt kommen, Hamma!!!“ Ab diesem Zeitpunkt hat sich der Skipper, so glaube ich, auf das Schlimmste eingestellt….

Und dann ging alles los:

18.04. Portoferraio – Isola di Capraia (24,5 sm)

Nach der ersten gemeinsamen Nacht stellte sich auf beiden Booten heraus, dass einige Crewmitglieder schlafen konnten, einige nicht. Vielleicht lag es daran, dass wir die Finalisten der letztjährigen Schnarchweltmeisterschaft an Bord hatten. Mehr oder minder ausgeschlafen machten sich die Crews auf dem Weg von Portoferraio nach Isola di Capraia. Leider fehlte uns der Wind in den Segeln, sodass wir die Hälfte der Zeit unter Motor fahren mussten. Das wiederum bestärkte die beiden Motorbootkollegen, die mittlerweile zu „Walldorf“ und „Steatler“ mutiert waren. Wer sie nicht kennt: Hierbei handelt es sich um die beiden Opas aus der Muppet Show. Sie liefen in Bestform auf und träumten davon, den untermotorisierten Motor aus- und einen „richtigen“ Motor einzubauen. Irgendwie kam der Begriff „Segeln“ bei den beiden nicht ganz richtig rüber ;-). Die Skipper der beiden Boote nutzten diese Zeit jedoch sinnvoll und erläuterten den Crewmitgliedern die Navigation (Peilung usw.) und die wichtigsten Elementen des Segelns. Angekommen in Isola di Capraia, konnten wir dann aber einen Abend in einen wunderschönen Hafen genießen und bei einem gemeinsamen Abendessen in einer urigen Kneipe ausklingen lassen. „Antipasti per tutti“

 

19.04 Isola di Capraia – Bastia (20 sm)

Nach einer erholsamen Nacht (schnarrch … :-) ) machte sich die Ausbildungsgruppe dann auf den Weg nach Bastia. Vorweg sei gesagt, dass wir an diesem Tag den besten Wind des gesamten Törns hatten. Mit Windstärke 6-7 aus Nord-West ging es  mit ca. 8 kn Richtung Bastia. Aus Erfahrungen des Vortages wurde Boris als Rudergänger festgelegt.  Dieser hatte sich nämlich als echter Tierfreund herausgestellt und den ganzen Tag die Fische des Mittelmeers gefüttert:-). Als Rudergänger hatte er jedoch keine Probleme mehr. Der erfahrener Skipper der „Karin I“ setzte, aufgrund des Windes, die Segel zu Beginn gleich ins „erste Reff“ und wir hatten eine passabel Krängung und gute Fahrt. Kaum jedoch erklärte der Skipper Walldorf und Steatler die Funktion des Reffens,  meldete sich Jürgen zu Wort und wollte ab diesem Zeitpunkt alles „reffen“. Vom ersten ins zweite Reff und zurück… Und weil es soviel Spaß machte: Die gleiche Prozedur noch gefühlte 80. Mal. So kam nun operative Hektik und Arbeit auf uns zu. Uwe musste dabei so häufig die Winsch bedienen, dass ihm von dem ganzen Kurbeln schlecht  wurde und sich mit der Äußerung: „Ich bin raus“,  setzen musste. Unser Tierfreund Boris, dem ja nun nicht mehr schlecht war, bot ihm an, das Ruder zu übernehmen. Hmmm…. Eine gute, aber leider gleichzeitig auch eine schlechte Idee, da eine Spur von Selbstüberschätzung mitschwang J . Während es Uwe nun zusehends besser ging, dauerte es keine 5 Minuten und Boris kümmerte sich wieder um die Fische. Und aus dem Hintergrund hörte man wieder: „Wir müssen reffen!“  :-).

 

19.04 -20.04 Bastia

Bastia war, wie Capraia auch, eine wunderschöne Hafenstadt, hatte jedoch mehr Abendprogramm zu bieten. Dies lud die beiden Schiffe dazu ein, zwei Tage in Bastia zu bleiben und dort die Hafenmanöver  An- und Ablegen aus der Box und seitlich am Steg zu üben. In Bastia bekamen die Schiffe dann auch neuen Namen: Aus „Karin I“ wurde „Villariba“ und „Pretty Woman“ wurde in  „Villabacho“ umgetauft. Denn während „Villariba“ schon das An- und Ablegen übte, genoss „Villabacho“ den gemütlichen Frühstückskaffee an Bord und das tolle Hafenkino, das  von „Villariaba“ geboten wurde. Zusätzlich hatten die beiden Garnelenfischer Stephan und Frank (Crewmitglieder der „Pretty Woman“) die Möglichkeit, die mitgebrachten Angeln auszuwerfen und ihren Skipper einen kapitalen Fisch zu fangen. Denn ESSEN wurde auf der Pretty Woman grrroßgeschrieben :-). Hier hätte sich die „Villariba“ noch eine Scheibe abschneiden können.

 

21.04 Bastia – Porto Vecchio (ca 50 sm)

Nachdem die Hafenmanöver ausführlich geübt worden waren, machten sich „Villariba“ und „Villabacho“ auf den Weg nach „Porto Vecchio“. Leider spielte der Wettergott der Segeltruppe nicht wirklich in die Karten.  Der Wind reichte kaum aus, um die ganze Strecke zu segeln. Das hielt die Skipper aber nicht davon ab, auch mal den an Bord befindlichen Spinnaker zu testen. Ein großes Kompliment, dass wir diese Erfahrung mitnehmen konnten: Ein wirklich tolles Erlebnis!
Während Jürgen schon wieder reffen wollte, hatte Boris mittlerweile das „Segeln im liegen“ für sich entdeckt:-).
Nach der langen Fahrt und waren bei der Ankunft in Porto Vecchio alle froh, das Anliegerbier und die verdienten Anlegerwürstchen zu genießen. Dieses Ritual, man kann es auch „Nippzeit“ nennen (im Mittelmeer?), wurde übrigens jeden Abend vollzogen. Naja, „Villariba“ alias „Karin I“ zwar  ohne Würstchen, aber dafür mit viel Humor.

 

22.04 - 23.04  Porto Vecchio

Auch in Porto Vecchio blieb der Trupp für zwei Tage. An den Tagen vor der Prüfung wurde die Zeit genutzt, das bereits Gelernte nun auch in die Tat um zusetzen, sprich alle Manöver (Mann/ Boje über Bord, Kreuzen, Halsen, Vollkreis, Beiliegen, Q-Wende…) unter eigener Regie zu fahren. Dabei kontrollierten die Skipper die Rudergänger, aber auch die Vorschoter standen unter Beobachtung.  Dabei wurden neue Kommandos entwickelt, wie „Round achtern“, „Klar zur Kur-Wende“, „Leinen los“. Zu dieser Zeit war das Gelächter noch groß und allen war klar, dass wir noch so einiges üben mussten.

 

23.04 Porto Vecchio tagsüber - dann Nachfahrt zurück nach  Elba (Marciana Marina ca 80 sm)

Nachdem vormittags des zweiten Tages in Porto Vecchio nochmals zum üben der Manöver und vor allem der Vokabeln nutzt wurde, machten wir uns nachmittags auf dem Weg zu einer kleinen Bucht namens „Anse de Cannella“ nahe Porto Vecchio, um vor der langen Schlag (Nachtfahrt Richtung Elba) noch einmal Kraft zu tanken. Nach dem gelungenen Ankermanöver lagen wir in dieser wunderschönen Bucht mit glasklarem Wasser. Nach einem kleinen Schauer konnten wir die abendliche Sonne genießen. Dies nutzten ein paar Crewmitglieder, um in der Bucht zu und anschließend mit dem Dingi den Versuch zu starten, Pizza von der am Strand liegenden Pizzaria zu ordern. Leider war diese noch nicht auf den großen Besucheransturm gewappnet, sodass doch wieder an Bord gekocht werden musste.

Während des Essens wurden die letzten wichtigen Themen für die Nachtfahrt besprochen, u.a. die Wacheinteilung. Um 20:00 Uhr machten sich die beiden Boote dann auf den Weg nach Elba.  Während der Fahrt wurde ständig Ausguck gehalten, Schiffe (vor allem Fähren), deren Fahrtrichtung kontrolliert und beobachtet und der Kurs des eigenen Bootes kontinuierlich in die Karte eingetragen. Jede Wache/Schicht war sich der Gefahr und der Verantwortung gegenüber der Crew und dem Boot jederzeit bewusst. Dank der bis dahin perfekten Ausbildung liefen beide Boote morgens sicher in den Hafen Marciana Marina auf Elba ein. Dort genossen alle erst einmal das tolle Wetter und ein erholsames Frühstück.

Es kann festgehalten werden: Trotz des wenigen Schlafes war diese Nachtfahrt für alle ein tolles Erlebnis.

24.04 Marciana Marina – Portoferraio

Nach dem einer Dusche und einer Kanne Kaffee, ging es dann weiter in den Hafen von Portoferraio. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der „Reffmaster“ Jürgen nicht nur reffen kann, sondern auch während der ganzen Woche jeden morgen einen fantastischen Kaffee serviert hatte!!! Dort wurden dann nachmittags die letzten Manöver als Vorbereitung zur Prüfung gefahren. Nun machte sich die Nervosität aber auch der fehlende Schlaf bemerkbar. Es schlichen sich so einige Fehler in die Manöver ein, sodass Reffmaster Jürgen zur Kaffeepause rief. Danach machten alle Crewmitglieder nochmal eine Generalprobe und siehe da: Es lief… Natürlich dank des Kaffees von Jürgen! Aber wer weiß, vielleicht lag es auch an der guten Ausbildung durch die beiden Skipper.

 

25.04 Portoferraio Prüfung

Nachdem alle erschöpft vom Vortag in Ihre Kojen fielen, merkte auch keiner mehr, dass die Schnarrchweltmeister wieder trainierten. Am morgen der Prüfung waren alle fit und ausgeschlafen und der übliche Prüfungswahnsinn machte sich breit. „Wo ist der Feuerlöscher?“, Wo befindet sich die Wasserpumpe?“, „Was ist nochmal Feuer in der Kimm?“ und „Wofür kann man eine Damenstrumphose benutzen?“ Ähhhh, falsches Thema….

Um es kurz zu machen: Um 17:00 Uhr hatten alle, dank der perfekten Ausbildung bestanden. Beide Crews trafen sich nach der Prüfung  auf der „Karin I“: Diesmal nicht um Segeln zu lernen:-), sondern um das erlebte Revue passieren zu lassen und kräftig zu feiern.

Sail away, dream your dream…..

Fazit:

Es war ein toller Segelurlaub, aber auch ein tolle Ausbildung. Während des Törns wurde viel erlebt und gelernt. Aber: Vor allem hatten Spaß, ganz entsprechend des Zitates des Prüfers: „Was ist das wichtigste beim Segeln? - Spaß!!!“.